Food & Fitness

Fitnesslifestyle oder übertriebene Selbstoptimierung

Machen wir uns nichts vor. Unsere Gesellschaft ist geprägt von Aussenwirkung und Schönheitsidealen…
Jeder zweite postet auf Instagram Bilder von Healthy Food, seinen aktuellen Fitnesserfolgen – Resultate körperliche Transformationen gibt es noch und nöcher. Entweder ist man aktuell im Muskelaufbau, fährt einen Kalorienüberschuss und – gaaaanz wichtig – isst sein Frühstücksporidge mit Whey Protein und Früchten…. oder: Man befindet sich in der Defi. Hierbei das Eiweiß schön hochhalten, nicht zu viel Fett, nicht zu viele Kohlenhydrate – oh diese fiesen dick machenden Carbs – und immer schön Krafttraining, vielleicht sogar ein bisschen Cardio, aber lieber HIIT. HIIT ist doch viel effektiver. Man wünscht sich die Figur der Victoria Secret Models. Wie schön es doch wäre ein flachen Bauch zu haben, vielleicht sogar ein leichter Sixpack? Der Knackpo ist ganz wichtig. deshalb immer schön Squats machen! Die Optimierung des eigenen Körpers ist momentan so präsent wie nie.

Ich beschäftige mich tagtäglichen mit diesem Thema, schaue Fitnessvideos auf Youtube, verfolge Bodybuilder/innen und Fitnessmodels über Instagram, ja ich blogge / instragramme sogar selbst darüber. Ich bin vernarrt in dieses Thema. Doch immer mehr stellt sich mir die Frage: Ist dieser Fitnesstrend noch gut für uns? Braucht jeder einen perfekten Körper? Was soll diese Muskelaufbauphase und danach Defi bei Personen, die weder auf die Bodybuildungbühne wollen, noch beruflich auf einen makellosen Körper angewiesen sind? Ist dieser aktuell propagierte Fitnesslifestyle nicht irgendwie übertrieben?



Der ein oder andere wird vielleicht gemerkt haben, dass ich seit einer Weile etwas inaktiv auf meinen Social Media Plattformen war. Ich hatte wenig Zeit die letzten Wochen – zugegebenermaßen sah mein Essen auch nicht immer besonders hübsch aus und auch nach dem Training bin ich alles andere als vorzeigbar – schwitzig mit Tomatenschädel trifft es besser. Auch ich hätte natürlich gerne einen Sixpack a la Sophia Thiel. Sportlich gesehen bin ich schon seit Jahren eisern – gehe mehrmals die Woche ins Fitnessstudio und rackere mich ab. Manchmal habe ich richtig Bock darauf – oftmals würde ich aber auch lieber gerne nach der Arbeit direkt auf die Couch wandern. Sportlich gesehen würde ich mich auf jeden Fall als sehr fitt bezeichnen. Oft frage ich mich aber, ob nicht auch 3 mal die Woche Sport reichen würden – zumindest dann, wenn ich mich total dazu zwingen muss.
Meine viel größere Baustelle zur Fitnesslifestylezugehörigkeit ist momentan die Ernährung. Ich liebe Essen. Gerne darf es gesund sein, aber bitte viel – am liebsten sehr viel. Schokolade brauche ich nicht jeden Tag, aber wenn sie vor meiner Nase steht, dann muss sie vernichtet werden. Es gibt Kuchen? Immer her damit. Wenn andere Pizza essen, dann will ich auch.
Bringen wir es auf den Punkt: Mir ist es nicht Wert, mir eine der schönsten Sachen auf der Welt nehmen zu lassen, nur um einem Schönheitsideal zu entsprechen. Ich finde es sehr wichtig fit und gesund zu sein. Aussehen ist auch sehr wichtig – keine Frage – aber es muss keine Perfektion sein, zumindest nicht um jeden Preis. Wer einen tollen Körper hat, ohne dabei das Gefühl haben zu müssen auf etwas zu verzichten, super! Wenn ich allerdings überall hin mein vorgekochtes Essen aus der Tupperdose mitbringen muss und nicht mal mehr mit meinen Freunden essen oder etwas trinken gehen kann, dann finde ich diesen Lifestyle schon etwas fragwürdig.

Es macht mich traurig wie viele junge Frauen und Mädchen unzufrieden mit sich selbst sind. Ständig meckert man an sich herum. Will perfekt sein. Ist unglücklich. Zu dicker Bauch. Unschöne Dellen am Po. Zu viel Speck an den Schenkeln. Meist vergisst man dabei, dass man schon gesund und fitt ist und diese Problemchen nur absolute, oberflächliche Nichtigkeiten sind. Diese ganzen negativen Gedanken sind so eine Zeitverschwendung!

Mädels da draußen, Ich hoffe ihr macht Euch nicht zu viel Gedanken um Eure Figur. Achtet auf Euch selbst, treibt Sport, wenn Euch danach ist, esst gesund, aber gönnt Euch auch mal was! No( )body is perfect. In diesem Sinne – genießt die Weihnachtszeit! 🙂

11 Comments

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    Rica N.
    6. Dezember 2015 at 17:46

    Ein wirklich sehr wertvoller Post, du hast es auf den Punkt gebracht 🙂 Ich habe schon länger darüber nachgedacht und immer öfter den Kopf schütteln müssen, wenn ich mir von so schlanken Mädels anhören musste, dass ihr Bauch zu dick sei- wirklich schrecklich! :/

    Liebe Grüße ♥
    Rica von iivorybeauty

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    Carina
    6. Dezember 2015 at 21:12

    Ein schöner Post – der meine Art zu leben ein bisschen wiederspiegelt, auch wenn ich auf Sport weitesgehend verzichte. Auf ungesundes Essen kann und will ich nur der Figur zuliebe nicht verzichten. Schlemmen gehört für mich maßgeblich zu einem schönen Abend mit Freunden dazu. 🙂

    -xx, Carina
    http://www.redsunbluesky.blogspot.de

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    Saskia von P.
    8. Dezember 2015 at 4:34

    Ich treibe momentan eindeutig zu wenig Sport. Nämlich gar keinen. Ende der Woche bin ich mit meinem Antibiotikum durch und dann möchte ich auch wieder durchstarten. Ohne Sport fühlt man sich einfach nicht so gut, wobei ich es wohl nur 2 x die Woche schaffen werde, aber besser als gar nicht. Ich finde, dass so ein Lifestyle einfach nicht einschränken darf. Es sollte einem selbst nicht lästig sein.

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    Peter
    17. Dezember 2015 at 17:38

    Ein schweres Thema. Wenn schlanke und attraktive Menschen sich selbst falsch wahrnehmen, dann ist dies ein Problem. Wenn der Hobby-Athlet das Maximum aus seinem Körper holen will, dann ist dies OK. Ich möchte nicht beurteilen, was richtig oder falsch ist.

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    Chrissi S.
    19. Dezember 2015 at 7:52

    Sehr schön geschrieben…ich hoffe, Du nimmst es Dir auch so zu Herzen :)) Bin echt stolz auf Dich, dass Du das mit dem Fitti so durchhälst! Ich hab vorgestern ein Workout gemacht und jetzt hab ich immernoch Muskelkater des Todes. Vom Joggen krieg ich keinen Mehr. Aber Krafttraining sollte ich wohl wieder mehr machen. <3

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    Nadja
    28. Dezember 2015 at 21:29

    Wow! Du hast es echt auf den Punkt gebracht! Danke das es noch solche Menschen gibt die kritisch gegenüber solchen Sachen sind!

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    Cyra
    4. Januar 2016 at 21:14

    Toller & interessanter Post !

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    andysparkles
    6. Januar 2016 at 22:12

    Ich find das auch krass mit diesem Fitnesswahn! Ich bin jedenfalls froh wenn ich es 2x die Woche ins Fitnessstudio schaffe 🙂

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    Doreen
    9. März 2016 at 21:20

    Ich bin auch der Meinung, dass man zwar auf sich achten sollte, sein Leben aber nicht nach Schönheitsidealen anderer ausrichten sollte. Viel wichtiger ist es, sich im eigenen Körper wohlzufühlen.
    Gruß, Doreen

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    Emily
    22. März 2016 at 20:09

    Leider ist es wirklich so, dass man Personen viel zu oft nur noch auf den Körper reduziert. Natürlich ist Fitness wichtig, aber nicht der Lebensmittelpunkt.

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